Essen und Küche in der Mongolei: Was Sie probieren sollten
2026-06-14

Ein Wegweiser durch die mongolische Küche, von Buuz und Khorkhog bis zu Airag und gesalzenem Milchtee, mit ehrlichen Tipps fürs Essen unterwegs.
Die mongolische Küche ist aus dem nomadischen Leben in der Steppe entstanden, wo das Vieh fast alles lieferte, was eine Familie brauchte. Daraus entwickelte sich eine deftige, wärmende Küche rund um Fleisch und Milchprodukte, die Kraft gibt für lange Tage im Freien und kalte Winternächte. Wer sich ein wenig damit beschäftigt, erlebt die Reise gleich viel intensiver.
Fleisch und Milch: die beiden Säulen
Die meisten traditionellen Gerichte basieren auf Hammel, Rind, Ziege und in manchen Regionen auch auf Pferd oder Kamel. Das Fleisch wird meist gekocht oder gedämpft statt stark gewürzt, damit der natürliche Geschmack zur Geltung kommt. Genauso wichtig sind Milchprodukte. In den wärmeren Monaten stellen die Hirten eine erstaunliche Vielfalt aus Kuh-, Yak-, Ziegen-, Schaf- und Stutenmilch her.
- Aaruul – getrocknete Quarkstücke, oft hart und säuerlich, als Snack beliebt.
- Byaslag – ein milder, hausgemachter Käse.
- Tarag – ein dickflüssiger Naturjoghurt.
- Urum – eine sahnige Rahmschicht, köstlich zu Brot.
Diese Gerichte sollten Sie probieren
Buuz
Gedämpfte Teigtaschen mit Hackfleisch und Zwiebeln. Buuz sind ein Nationalgericht und der Höhepunkt von Tsagaan Sar, dem Mondneujahr. Ganze Familien dämpfen sie dann zu Hunderten. Saftig, schlicht und unwiderstehlich.
Khuushuur
Die frittierte Variante der Buuz: eine flache, goldbraune Fleischtasche. Während des Naadam-Festes (11.–13. Juli) sieht man sie überall, frisch und in großen Mengen für die vielen Besucher zubereitet.
Khorkhog
Ein festliches Gericht, das mit heißen Steinen gegart wird. Hammelstücke werden mit erhitzten Steinen in einem geschlossenen Behälter geschichtet, sodass das Fleisch von innen heraus gart. Oft bekommen Gäste einen warmen Stein in die Hand gedrückt – das soll Glück bringen. Khorkhog wird gern für Besucher auf dem Land zubereitet und gemeinsam genossen.
Getränke: Airag und Milchtee
Kein Überblick ohne Airag, leicht vergorene Stutenmilch mit säuerlich-spritzigem Geschmack und geringem Alkoholgehalt. Es ist eine Sommertradition, und wer eine Jurte besucht, bekommt oft eine Schale angeboten. Schon ein kleiner Schluck gilt als höfliche Geste.
Viel alltäglicher ist Suutei Tsai, Milchtee aus Wasser, Milch, Tee und einer Prise Salz. Er wird den ganzen Tag über gereicht und passt hervorragend zu Brot, Aaruul oder frittiertem Teig.
Vegetarisch unterwegs: die Realität
Seien wir ehrlich: Außerhalb von Ulaanbaatar ist vegetarisches oder veganes Essen eine Herausforderung. Traditionelle Mahlzeiten auf dem Land bestehen aus Fleisch und Milchprodukten, und vielen Hirtenfamilien ist eine fleischlose Mahlzeit fremd. Wer besondere Bedürfnisse hat, sollte vorausplanen:
- Vor der Abreise aus der Stadt Obst, Nüsse, Instantnudeln und Snacks einkaufen.
- Den Reiseleiter oder Veranstalter rechtzeitig informieren, damit passendes Essen organisiert werden kann.
- In Ulaanbaatar selbst gibt es immer mehr vegetarische, vegane und internationale Restaurants.
Ein paar Worte zur Etikette
Wird Ihnen in einer Jurte Essen oder Trinken gereicht, nehmen Sie es mit der rechten Hand entgegen. Kosten Sie zumindest ein wenig von dem, was man Ihnen anbietet – ein striktes Ablehnen wirkt schnell unhöflich. Begegnen Sie dem Tisch vor allem mit Neugier. Die mongolische Küche ist großzügig, bodenständig und eng mit der Landschaft verbunden, und ein gemeinsames Mahl gehört zu den herzlichsten Erlebnissen einer Reise hierher.